Landkreis plant Förderantrag zum Breitbandausbau

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Letzte Veränderungen: 

25.09.2017

Pressemitteilung vom Dienstag, 5. September 2017 Pressestelle LANDKREIS KASSEL

 

Landkreis plant Förderantrag zum Breitbandausbau

 

Region Kassel. „Wir haben heute im Kreisausschuss beschlossen, dass wir uns an der nächsten Ausschreibung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur beteiligen“, informiert Landrat Uwe Schmidt. Sofern der Kreistag in seiner nächsten Sitzung der Antragsstellung am 14. September zustimmt, wird der Landkreis für elf kreisangehörige Kommunen und für 56 Schulen eine Förderung für eine flächendeckende Internetversorgung mit 30 Megabyte in der Sekunde (MBIT/s) mit einem Fördervolumen von 11,9 Millionen Euro stellen. „Der Bund unterstützt die notwendigen Investitionen mit 50 Prozent, das Land Hessen hat angekündigt eine weitere Förderung zu prüfen, so dass die beteiligten Kommunen nur zwischen 10 und 20 Prozent der Kosten selbst tragen müssen“, berichtet Schmidt. Eine Internetversorgung auf NGA-Niveau (Next-Generation-Access-Network) der Landkreisschulen plant der Landkreis mit Eigenmitteln von 415.200 Euro. Im Schulbereich werden durch die zur Verfügung stehenden Fördermittel nur Eigenmittel des Landkreises in Höhe von 10 Prozent der Investitionssumme notwendig.

„Ich weiß, dass mit diesem Förderprogramm nicht alle Probleme der schnellen Internetverbindung im Landkreis Kassel gelöst werden können – aber für die bisher total unterversorgten Gebiete und für unsere Schulen ist das Projekt ein großer Schritt nach vorn“, so Schmidt abschließend.

Dem Beschluss des Kreisausschusses war eine Analyse der Beratungsfirma MICUS aus Düsseldorf vorausgegangen. Schmidt: „Wir haben ein Markterkundungsverfahren durchführen lassen, um so festzustellen, was die vorhandenen Anbieter für die Kommunen im Landkreis Kassel planen und wo es weiße Flecken gibt“.

„Weiße Flecken“ bedeute hier, dass es um Gebiete geht, die mit weniger als 30 MBIT/s versorgt sind und für die es auch keine Ausbauplanungen gibt. Die im Landkreis tätigen Provider haben im Rahmen der Studie auch mitgeteilt, wo sie in den nächsten drei Jahren Internetgeschwindigkeiten von 30 MBIT/s zur Verfügung stellen werden.

 Die Ergebnisse der Markterkundung wurden den Bürgermeistern der kreisangehörigen Kommunen präsentiert und elf Kommunen mit 23 Ortsteilen nehmen jetzt am Förderantrag teil. „Es handelt sich um Ahnatal, Bad Emstal, Baunatal, Fuldabrück, Helsa, Naumburg, Niestetal, Schauenburg, Vellmar, Wolfhagen und Zierenberg“, informiert der Landrat. Für die Kommunen übernimmt der Landkreis die Antragstellung und die weitere Umsetzung des Projekts.

Hintergrund:

Die vom Förderantrag betroffenen Ortsteile haben bisher keine Internetversorgung von bis zu 30 MBIT/s. Die 30 MBIT/s-Grenze hängt mit den Förderkriterien des Bundes zusammen; über 30 MBIT/s gibt es zurzeit keine Fördermittel.

Für die betroffenen Ortsteile wird der Ausbau bis zum jeweiligen Kabelverzweiger erfolgen (FTTC-Konzept). Vom Kabelverzweiger bis zum Nutzer nach Hause hängt die Geschwindigkeit der zur Verfügung stehenden Internetverbindung von der Qualität der vorhandenen Kabelverbindung (in den meisten Fällen noch Kupferleitungen), der Entfernung zum Kabelverzweiger und von der Nutzungsintensität des Netzes ab.

Für die Schulen wird eine Glasfaserverbindung bis hin zu den einzelnen Klassen- und Lehrerzimmern realisiert. Die restlichen 19 Schulen des Landkreises, die nicht im geplanten Ausbauprojekt einbezogen sind, haben bereits jetzt eine Internetverbindung, die mehr als 30 MBIT/s zulässt oder die im Kreisgebiet tätigen Provider haben eine solche Verbindung in den nächsten drei Jahren geplant. Der Ausbau der Schulinfrastruktur im Bereich Internet kann unabhängig von den vorhandenen Provider-Strukturen erfolgen, da es sich hier um einen über die Anbindung an Kabelverzweiger hinausgehenden Ausbau bis in die Schulräume handelt.

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