Feld- und Flurknigge für Fuldabrück

Feld- und Flurknigge für Fuldabrück

Annegret Danzglock

Der tut doch nichts?

Bitte führen Sie Ihren Hund an der Leine. Manche Wildtiere und Vögel ziehen ihre Jungen am Boden auf. Sie betrachten Mensch und Hund als Bedrohung. Sie geraten in Panik, die Elterntiere flüchten und die Jungtiere verhungern.

Auch wenn Ihr Hund der liebste Hund auf der Welt wäre, würden die Wildtiere das nicht wissen. Die Wildtiere sehen Sie und Ihren Hund als Feind, sie flüchten und verlassen die Nester und Verstecke. Rehe werden oftmals auf die Straße gejagt und geraten unter ein Auto. Die Jungtiere verlieren ihre Mutter und somit auch die Nahrung, die Jungtiere verhungern.

Natürlich muss sich jeder Hund genügend bewegen und wie der natürliche Kreislauf bei allen Lebewesen so ist, muss auch jeder Hund sein „Geschäft“ verrichten.

Aber bitte: Diese Hinterlassenschaften müssen nicht auf der Straße, den Wegen oder gar im Wald liegen bleiben. Hundekot verschmutzt das Futter der Waldtiere, dadurch werden sie krank.

Hundekot auf Feldern und Wiesen ist nicht nur eklig sondern auch gefährlich. Er enthält viele gefährliche Bakterien. Er macht die Tiere, die das Gras essen, krank. Der Hundekotbeutel an der Leine oder in der Tasche lässt dieses Problem verschwinden. Der nächste Mülleimer wird sich bestimmt auch schnell finden. Hier geht es nicht nur um verschmutzte Schuhsohlen sondern um den Erhalt gesunder Nahrung der Wildtiere.

 

Ohne Zaun…Klauen?

Bitte ernten Sie sich nicht einfach Obst, was Ihnen nicht gehört. Für viele Arbeiter, Gärtner und Landwirte ist das der einzige Lohn.

Ja, Streuobstwiesen sind verlockend, mit dieser vielfältigen Auswahl von verschiedenen Obstsorten. Aber wollen Sie das Leute in Ihren Garten kommen und sich an den Apfelbäumen bedienen? Ich denke nicht. Also tun Sie das auch bitte nicht auf irgendwelchen Wiesen, denn irgendjemandem gehört das ganze Obst. Landwirte und Obstbauern, die die das ganze Jahr ihr Obst und die Bäume pflegen, denen gehört das ganze Obst. Bei einem Apfel wird das nicht zum Problem, aber bei größeren Mengen können Sie wegen Diebstahls angezeigt werden.

 

Ab durch die Mitte…

Bitte laufen Sie nicht einfach durch und über freie Wiesen, hier wollen die Wildtiere Nahrung finden. Bleiben Sie auf den Wegen.

Parks oder auf Wiesen, die extra angelegt wurden, sind einfach der perfekte Platz um zu spielen, toben oder ein gemütliches Picknick mit der Familie zu machen. Die Wiesen im Wald sind nicht dafür gedacht. Sie sollen die Wildtiere ernähren. Keiner will matschige Lebensmittel essen.

Versuchen Sie bitte zu vermeiden, „Beute“ in Wiesen und Felder zu werfen. Natürlich macht es allen Freude, mit dem geliebten Vierbeiner im Wald Stöckchen holen zu spielen. Nicht wieder zurückgebrachte Stöcke und Steine bleiben auf der Wiese oder dem Feld liegen. Das Kann die landwirtschaftlichen Geräte zerstören.

Jeder Hund hat einen Jagdtrieb und Stöckchen holen macht Spaß. Aber jagen ist anstrengend, da verliert jeder Jäger irgendwann die Lust. Da bleiben leider sehr oft Stöcke oder Steine im Feld oder der Wiese liegen. Die „Beute“ beschwert somit den Erntevorgang erheblich. Sie macht die hochwertigen Maschinen kaputt. Verwenden Sie doch stattdessen ein Futtersäckchen oder ein Leckerli, so macht die Jagd noch viel mehr Freude.

 

Glück und Glas…Reiche Ernte ?

Scherben bringen in diesem Fall kein Glück. Weggeworfene Flaschen und Müll geraten in das Futter der Tiere. Innere Verletzungen könnten den Tod bedeuten. Bitte entsorgen Sie Ihren Müll nicht auf den Feldern und Wiesen, hier wachsen Lebensmittel und Futter für die Tiere. Die Landmaschinen sind nicht zum Schreddern von Müll, sondern zum Säen und Mähen von Getreide da.

Kennen Sie das bekannte Sprichwort „Glück und Glas…wie leicht bricht das?“ Die ins Feld und Wiesen geworfenen Flaschen zerbrechen und geraten bei der Ernte leicht ins Korn, Heu und Stroh.

Die kleinen Glassplitter geraten so sehr schnell in das Futter der Tiere und können sie verletzen. Bei Hitze und starkem Sonnenschein, dient Glas als Lupe, so können leicht Brände ausbrechen. Auf den Feldern wächst nicht nur das Futter für Tiere, sondern auch viele Nahrungsmittel, die wir zu uns nehmen. Möchten Sie, dass Ihre Kartoffeln auf einer „Müllhalde“ heranwachsen? Nein? Wir auch nicht. Jeder sollte sich Gedanken machen, was hier gesünder ist. Eine Kartoffel, die neben Müll wartet bis sie geerntet wird, oder der Gang zum nächsten Mülleimer.

Außerdem werden nicht nur Lebewesen durch dieses Verhalten geschädigt, sondern auch die landwirtschaftlichen Geräte. Diese Maschinen sind bemerkenswert weit entwickelt, aber Müll entsorgen können sie noch nicht.

 

Wege-Recht: Wer hat Vorfahrt?

Bitte gewährleisten Sie dem landwirtschaftlichen Verkehr Vorrang. Die Landwirte produzieren auch für Sie. Die Ernte kann nur an schönen Tagen geschehen, diese Tage müssen genutzt werden.

Die Wege im Wald und in ländlicher Gegend werden oft nicht nur von Landwirten genutzt, sondern auch als Rad-, Wander-, Reit-, oder als Spazierwege benutzt. Für die Landwirte sind diese Wege meist der einzige Zugang zu den Feldern oder den Höfen. Haben Sie bitte Verständnis dafür.

Wenn sich alle „Benutzer“ dieser Wege gegenseitiges Verständnis zeigen, kann es auch jedem erlaubt sein, sich in der Kulturlandschaft zu bewegen. Natürlich kann man verstehen, dass Sie sich an Ihrem Wochenende nicht an Ge-, und Verbote im Wald entlanghangeln möchten. Aber trotzdem: Einspurige Brücken und Durchgänge gibt es überall. Betrachten Sie die Wege doch einfach als einspurig. Die landwirtschaftlichen Geräte können für ihre Größe nichts.

Haben Sie noch Fragen?

Dann informieren wir Sie gerne!

Ordnungspolizei der Gemeinde Fuldabrück

Bei Fragen wenden Sie sich an: