Eiskalt erwischt…

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Gast

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24.09.2013

hat die meisten von uns Anfang Dezember der überraschend frühe und heftige Wintereinbruch. Erhebliche Verkehrsbehinderungen, viele Verkehrsunfälle und Stürze, chronisch überlastete Notaufnahmen und ausgefallene Flüge und Züge waren die Folge dieser widrigen Wetterverhältnisse.

Eiskalt erwischt hat es jedoch nicht den Bauhof der Gemeinde Fuldabrück. Die Kollegen dort sind ab November auf solche Wetterlagen eingestellt. Die Fahrzeuge sind mit Schneeschild und Salzstreuer bestückt, das Salzsilo ist gefüllt und für die Kollegen im Winterdienst gibt es einen Rufbereitschaftsplan.

Rechtzeitig vor dem Winter wird regelmäßig der Streuplan überarbeitet und den aktuellen Verhältnissen angepasst. Hierin ist genau festgelegt, wie der Winterdienst durchgeführt werden muss, welche Strecken zuerst geräumt und gestreut werden müssen. Dies sind die so genannten „Rot- und Blaustrecken“. „Rotstrecken sind z.B. Gefällstrecken oder Straßen, die für den innerörtlichen Verkehr wichtig sind. Blaustrecken sind die Straßen, die von den Linienbussen befahren werden. Zum Schluss sind die „Gelbstrecken“ dran, das sind hauptsächlich die kleineren Wohnstraßen und Nebenstraßen. Diese kleinen Straßen werden nach und nach abgearbeitet, sobald hierfür Kapazitäten frei sind. Auch die Räumzeiten, Salzmengen und vieles mehr sind im Streuplan geregelt.

Dennoch hat uns wie auch alle anderen Kommunen der Dezember vor ungeahnte Schwierigkeiten gestellt. Es hat zeitweise so heftig und anhaltend geschneit, dass die  Mitarbeiter des Bauhofes bereits Probleme bei der Räumung der „Rot- und Blaustrecken“ hatten. Wenn der Schneepflug einmal durch war, konnte er gleich wieder von vorn anfangen. Eine Räumung und Streuung der „Gelbstrecken“ war dann mangels personeller und materieller Kapazitäten überhaupt nicht mehr möglich.

Das Haupträumfahrzeug der Gemeinde, ein war ständig im Einsatz. Doch die Schneemassen forderten ihren Tribut. Während die Tankrechnung für den Bauhof im Monat November 2010 rund € 1.800,-- betrug und im Januar rund € 1.400,--, verschlang der Dezember satte € 3.100,--, mehr als das Doppelte des allgemeinen Jahresdurchschnitts. Allein das große Räumfahrzeug musste 22 Mal betankt werden, im Schnitt jedes Mal 50 bis 57 Liter. Bei einem Literpreis für Diesel von etwa € 1,30 summiert sich das auf rund € 1.500,--. Hinzu kommen die Kosten für die weiteren kleineren Fahrzeuge. Insgesamt sind im Streubuch, das zu Beweiszwecken geführt werden muss, im Dezember 134 Einsätze aufgeführt.

Doch dieser Dezember bedeutete nicht nur Schwerstarbeit für die Maschinen, sondern vor allem auch für die Menschen, die morgens um 4 Uhr zum Räumen und Streuen hinausfuhren, um bis zum Einsetzen des Berufsverkehrs möglichst die Rot- und Blaustrecken befahrbar zur machen und vor allem auch den Busverkehr von KVG und RKH sicherzustellen. Allein an Mehrarbeit sind im Dezember über 500 Überstunden geleistet worden. Wohlgemerkt, Arbeitszeit, die zusätzlich zur normalen Arbeitszeit der Männer vom Bauhof geleistet werden musste.

Hierzu kamen noch zwei weitere widrige Umstände:

  • Mitten im dichtesten Schneetreiben fiel das kleinere Räumfahrzeug komplett aus und musste zur Reparatur, die dann fast zwei Wochen in Anspruch nahm. Mit diesem Fahrzeug werden die zahlreichen Gehwege, unter anderem zum Beispiel auch die St. Johann – Promenade entlang der Fulda in Bergshausen geräumt. Nachdem das kleine Räumfahrzeug ausgefallen war, wurde zwar mit einem anderen Motorgerät weitergeräumt, jedoch war dieses handgeführt. Damit lässt sich aber nicht der gleiche Druck nach unten aufbauen. Als Folge vereiste der Promenadenweg und konnte kaum noch benutzt werden. Gleiches passierte dann auch an anderen Stellen.

  • Die Salzlieferungen blieben aus. Das Salzsilo war zu Beginn des Wintereinbruchs voll gefüllt mit rund 26 to Salz. Am 6. Dezember wurden wieder 26 to geliefert, ebenso am 17. Dezember. Auch diese 26 to wurden verbraucht. Danach jedoch kamen bei den ständigen Nachfragen des Rathaus nur noch Vertröstungen vom Salzlieferanten. Die nächste Lieferung erfolgte dann endlich Anfang Februar. Da war der Winter aber erstmal vorbei.

Dass trotz dieser schlechten Voraussetzungen zumindest die Fuldabrücker Hauptverkehrsstraßen und die meisten von der Gemeinde zu räumenden Gehwege mit angepasstem Tempo, angemessener Bereifung und gutem Schuhwerk passierbar waren, ist unserer Mannschaft vom Bauhof zu verdanken. Ihnen gebührt hierfür ein dickes Lob. Nur durch ihren unermüdlichen Einsatz gelangten wir alle morgens überwiegend pünktlich zur Arbeit, zum Einkaufen oder in den Kindergarten.

Dass es natürlich auch mal vorkam, dass die eine oder andere Straße mal glatter war als sonst oder mal später geräumt wurde, ist allein den extremen Witterungsverhältnissen zu verdanken.

Doch damit muss man im Winter rechnen und vielleicht etwas früher losfahren als sonst!

Zum Abschluss ein durchaus zutreffendes Zitat aus diesem Winter: „Das, was man heute als  Wetterchaos bezeichnet, nannte man früher einfach Winter!“